Zur Geschichte von Neuteich
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               Geographische Lage der Stadt Neuteich

Neuteich liegt Im Weichsel - Nogat - Delta; ca. 45 km südöstlich von Danzig, 12 km östlich von Dirschau, 12 km nördlich von Marienburg, unmittelbar nördlich der Mündung der Kleinen Schwente in die (Große) Schwente (= ,,Heiliger Fluß"), im Schutze eines weiten Bogens dieses Flusses.

Höhe über dem Meeresspiegel zwischen 0,3 bis 5,0 m.

Nordwestlich schließt sich das Dorf ,,Neuteichsdorf unmittelbar an. Zwischen dem älteren Dorf Neuteichsdorf und der etwas später östich davon gegründeten Stadt Neuteich verlief der ,,Stadtgraben" als Tangente zum Schwentebogen, der im Norden der Stadt in die Schwente entwässerte. Ein offenes Stück zwischen der Schwente und dem Stadtgraben im Süden der Stadt war durch das ,,Markenthor", auch ,,Marienburger Tor" genannt, mit dem ,,Eulenturm", gesichert.

Neuteich ist eine typische Gründung des deutschen Ritterordens mit einem rechteckigen, ringförmigen Markt (42 * 250 m), in dessen Mitte das Rathaus - später die evangelische Kirche - stand. Um diesen Markt zieht sich in Abstand ein weiterer Ring (die Reiferbahn). Und weiter außen eben der Bogen der Schwente und der Stadtgraben.

Gründung der Stadt Neuteich

Eine Gründungsurkunde ist leider nicht mehr vorhanden; jedoch ist ,,geschichtlich feststehend und durch jahrhundertelange, mündliche Überlieferung auf unsere Tage gekommen, daß Hochmeister Werner von Orseln die Stadt hat anlegen lassen". (Lettau 5. 50 ff). Auch in mehreren späteren Quellen wird das Jahr 1329 als Gründungsjahr für die Stadt Neuteich genannt Ein späteres Datum ist unwahrscheinlich - eher ein früheres -, da der Hochmeister Werner von Orseln im Jahre 1330 ermordet wurde.

Name der Stadt Neuteich

Der ursprüngliche Name lautet seit der Gründung um 1329 über die Jahrhunderte bis 1945 (1947):

,,stat cum nuven tiche", ,Nuentich die stat"

Neotich, Stadt zum Newen Tiche, Newteich, Neuteich,

Ab 1947 wurde die Stadt umbenannt in ,,Nowy Staw".

1350 findet man als ältesten überlieferten urkundlichen Nachweis in der ,,Handfeste" (Gründungsurkunde) zu Prangenau: . ,,Nuentich di stat". (Die Stadt Neuenteich).

Das älteste Stadtsiegel von 1395 enthält in der damals üblichen Lateinischen Sprache dieInschrift ,,SIGILLUM CIVITATIS DE NOVE PISCINIE". = Siegel der Stadt zum neuen Teich. Das Wort ,,Teich" steht hier in der oben genannten Bedeutung für Fischteich. Es gibt allerdings bis heute keinen Hinweis auf ein teichähnliches Gewässer in der Gemarkung von Neuteich. Jedoch ist die Existenz eines ,,Deiches" als Schutz gegen Hochwasser der Weichsel oder den Rückstau vom Haff als gesichert anzunehmen.
Während die Stadt am verhältnismäßig hohen Ufer der Schwente gegen Hochwasser sicher war, drohte solche Gefahr jedoch von Nordwesten, wo das Land allmählich bis auf 0,3 m über dem Meere abfällt. Vor allem die Wasser der ,,kleinen” Schwente konnten hier bei Hochwasser ungehindert ansteigen und das Dorf Neuteichsdorf bedrohen.
In der Rekonstruktion ,,Das Weichseldelta um das Jahr 1300" von H. Bertram erscheint die Schwente noch neben Weichsel und Nogat als dritter Mündungsarm im Weichseldelta. Und das Haff erstreckte sich noch bis Ladekopp (wenige km nördlich von Neuteichsdorf). Also war der Schutz vor Hochwasser durch den Bau von Deichen sicher bedeutsamer, als die Anlage eines Fischteiches   (= PISCINE).

Ebenfalls enthält sogar bereits die Gründungsurkunde von Neuteichsdorf von 1318 Hinweise auf die Instandhaltung ,,des Dammes", also des Deiches. Dieser Deich mußte bei der Gründung des Dorfes eine so wesentliche Bedeutung gehabt haben, daß er sogar im Namen des neuen Ortes Verwendung fand.

Weiterhin bezeichnet der Stadtplan von 1810 zwei Gehöfte als ,,Am Deiche Gelegen". Ein Deich wäre etwa entlang der Chaussee nach Trampenau und parallel zur ,,Dorfstraße" denkbar. Im oben erwähnten Siegel hat man nun als Irrtum oder vielleicht in nicht erklärbarer Absicht die lateinische Bedeutung für ,,Teich" = ,piscine" = ,,Wasserbecken" verwendet. Aus der Rückübersetzung ins Deutsche ist dann der Name ,,Neu-Teich" anstatt Neu-Deich" gewählt worden.

Über den Wandel in der Schreibweise des Ortsnamens im Laufe der Jahrhunderte ergibt eine Auswertung alter Dokumente durch Klaus Dirschauer nachstehendes Bild:

Zugrunde lagen über 40 Urkunden aus der Ausstellung ,,Danzig im alten Kartenbild -mit West - und Ostpreußen (16. bis Anfang 20 Jahrhundert" im September 1 Oktober 1988 in Lübeck.

Es sind im wesentlichen drei verschiedene Schreibweisen zeitlich nacheinander, urkundlich nachgewiesen:

1542 bis 1580                      -Neudeich

1641 bis 1696                      -Neuteich mit zusätzlicher Angabe ,,Neudeichsdorf'

1711 bis 1939/1940            -Neuteich und zusätzlich Neuteichsdorf.

1939/1940 bis 1945(1947) -Neuteich (Neuteichsdorf wurde in dieser Zeit in die Stadt Neuteich   eingemeindet)

Adolf Schütz, d. 17.12.1999