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50 Jahre Patenschaft
Wilster – Neuteich 1953 / 2003
Jubiläumsveranstaltung am 9. und 10. August 2003 in der Patenstadt von
Neuteich, Wilster, Kreis Steinburg, Schleswig – Holstein
Am 9. August 1953 wurde von der Ratsversammlung der Stadt Wilster einstimmig beschlossen, die Patenschaft über die „westpreußische
Stadt Neuteich“ zu übernehmen. Und am 50. Jahrestag – dem 9. August 2003 wurde in einer würdigen Jubiläumsfeier in Wilster an dieses historische Ereignis erinnert. Die Feier wurde von der Stadt Wilster und dem
Heimatbund der Neuteicher ausgerichtet.
Eingeladen waren zu diesem seltenen Fest die Mitglieder des Heimatbundes der Neuteicher, Vertreter und Vertreterinnen der Patenstadt
Wilster, Vertreter der Kreisverwaltung Steinburg und vom Bund der Vertriebenen, sowie weitere Menschen, die die Neuteicher auf dem Weg bis zu dieser Jubiläumsfeier begleitet haben. Und - erstmalig - auch Vertreter
der Stadt Neuteich – heute Nowy Staw.
Vor dem eigentlichen Festakt hielt Herr Günther Klempnauer ein Referat über seine in einem Buch dargestellten Erlebnisse im Jahre
1945 „Als die Russen kamen“.
Pünktlich um 16.00 Uhr begann dann der Festakt. Anwesend waren ca. 100 Landsleute, Ehrengäste und eine 10-köpfige Delegation aus Neuteich
/ Nowy Staw. Neben den Gästen aus dem rund 1000 km entfernten Neuteich konnte auch eine Neuteicherin aus Großbritannien begrüßt werden. Die Feier wurde von dem Ensemble Gustav Hintz musikalisch begleitet.
Der Stellvertretende Vorsitzende des Heimatbundes der Neuteicher, Alfred Kontrowitz, der auch die Moderation während des gesamten
Ablaufes souverän und humorvoll leitete, eröffnete die Feier.
Die Vertreterin der Stadt Wilster, Bürgervorsteherin, Frau Christa Starke überbringt -auch im Namen von Bürgermeister Peter Labendowicz -
die Grüße der Patenstadt. Besonders herzliche Grüße gehen auch an „unsere Freunde aus Nowy Staw“ (Neuteich). Frau Christa Starke grüßt die Anwesenden mit einem Gedicht der Lyrikerin Hilde Domin: „Man muß weggehen
können....“ Sie spricht den Neuteichern Anerkennung aus für deren Lebensleistung. Sie erinnert aus eigenem Erleben, dass auch ihre Eltern flüchten mußten. Man brauche sehr viel Lebensmut, Durchhaltevermögen
und Zuversicht, um in der Fremde neu anzufangen. Diese Anerkennung schließe auch ein, dass die Neuteicher 50 Jahre lang die Patenschaft zwischen Wilster und dem Heimatbund der Neuteicher mit Leben erfüllt haben, und
dass diese Patenschaft auch die jetzigen Bewohner von Nowy Staw (Neuteich) einbeziehen würde. Abschließend dankt Frau Starke persönlich allen die sich um diese Patenschaften in der letzten Zeit besonders bemüht
haben.
Der Kreispräsident des Kreises Steinburg, Herr Hans – Friedrich Tiemann dankt in seinem Grußwort allen an der Patenschaft Wilster –
Neuteich aktiv Beteiligten. Der Kreis Steinburg möchte mit diesen Patenschaften für den Frieden in Europa beitragen.
Der Bürgermeister der Stadt Neuteich / Nowy Staw, Herr Jerzy Szałach, bedankt sich in einem Grußwort für die Einladung und die freundliche Aufnahme in
Wilster. Er dankt für die Kontakte mit den „alten“ Neuteichern und dankt allen, die sich für Kontakte zwischen Neuteich – Wilster - Nowy
Staw einsetzten.
Dann übermittelt Herr Paul Richard Lange Grüße der Landsmannschaft Ost- und Westpreußen vom Kreis Steinburg. Er dankt ebenfalls für die
Arbeit in der Zukunft und endet sein Grußwort mit dem Wunsch, dass die Verbindungen aus diesen letzten 50 Jahren auch in Zukunft weiter so gut gedeihen möchten.
Es folgte die Verlesung eines Grußwortes von Frau Erika Steinbach, Präsidentin vom Bund der Vertriebenen:
Frau Steinbach bedankt sich für die Einladung zu der Jubiläumsveranstaltung in Wilster, könne jedoch wegen anderweitiger Verpflichtungen
nicht selber an der Veranstaltung teilnehmen. Sie wünsche der Veranstaltung aber einen guten und zukunftsgerichteten Erfolg. Sie wäre sehr erfreut, dass die Patenschaft Wilster / Neuteich seit fünf Jahrzehnten so
gut funktioniere und inzwischen um eine Partnerschaft mit der heutigen Kommunalverwaltung von Neuteich erweitert werden konnte. Besonders beeindruckend fände sie die Dokumentation / Chronologie „50 Jahre Patenschaft
Wilster –Neuteich“.
Der Festvortrag „50 Jahre Patenschaft Wilster zu Neuteich; Gedanken über den Begriff Heimat“ wurde von Helmut Jacobs gehalten.
Helmut Jacobs, hat sich um die Belange der Patenschaft Wilster zu Neuteich in mehreren Funktionen und durch aktives, initiatives
Mitwirken verdient gemacht. Zunächst zeigt der Redner die historische Entwicklung der Patenschaften zu ehemals deutschen Orten im Osten auf. Er erinnert an den großen Fürsprecher für die Übernahme der Patenschaft
durch die Stadt Wilster zur Stadt Neuteich in den Jahren 1952/53, den ehemaligen Postmeister von Neuteich und – nach dem Kriege - von Wilster: Horst Janzen,.
Helmut Jacobs erinnert an den einstimmigen Beschluss der Ratsversammlung der Stadt Wilster im Jahre 1998, eine Städtepartnerschaft
mit Neuteich / Nowy Staw einzugehen „unter mitgestaltender Einbeziehung der ehemaligen Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Neuteich“. Ein gegründeter Förderverein statte die Partnerschaft mit finanziellen Mitteln
aus. Der Redner verweist dabei auch auf die heutige Veranstaltung. Die ehemaligen wie die jetzigen Bewohner von Neuteich hätten eines gemeinsam: Sie hätten die gleiche Heimat.
Alfred Kontrowitz dankt dann den Menschen der Stadt Wilster für ihr Engagement um die Patenschaft. Er erwähnt die ältere Generation der
Neuteicher, die damals, kurz nach dem Kriege, wieder nach Hause - nach Neuteich - zurückkehren wollten. Er dankt für die Möglichkeit, in Neuteich eine würdige Gedenkstätte zu errichten, und er dankt für den
unschätzbaren Wert der Heimatstube Neuteich, die von der Patenstadt zur Verfügung gestellt wird. Dort könnten spätere Generationen - auch die polnischen Nachfolger - erfahren, wie es früher einmal in Neuteich war.
Anschließend referiert Klaus Dirschauer über die Dokumentation / Chronolgie „50 Jahre Patenschaft Wilster – Neuteich“ und in einem
zweiten Teil über „Gedanken zur Zukunft der Patenschaft und Partnerschaft“:
Aus Anlass der Jubiläumsfeier 50 Jahre Patenschaft Wilster
- Neuteich am 9. und 10. August 2003 gäbe der Heimatbund der Neuteicher eine Dokumentation / Chronik in Form einer Broschüre heraus. Alle Anwesenden erhielten nach Abschluss des Festaktes ein Exemplar derselben. Der Umfang betrage 90 Seiten. Die Broschüre zeige in Form von vielen Dokumenten, Bildern und Faksimiles den Weg auf, wie sich die Beziehungen zwischen den Bewohnern von Neuteich, von Wilster und später auch von Nowy Staw / Neuteich einmal patenschaftlich und später ergänzend auch partnerschaftlich entwickelt haben. Das Titelbild zeige den Gedenkstein aus dem Jahre 1989 mit der Inschrift:
„Patenschaft
Neuteich - Wilster
1953“
Die Umschlaginnenseite der Broschüre zeige die Urkunde, die anschließend feierlich vollzogen werden solle.
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